Ausführlicher Lebenslauf, 26.1.1965

Ich, Hans-Jürgen, Gerhard Krahl, Sohn des kaufm. Angestellten Rudolf Krahl und der Angestellten Erna Krahl, geb. Schulze wurde am 17. Januar 1943 in Sarstedt/Han. (Land Niedersachsen) geboren. Im Frühjahr 1944 verlor ich durch Kriegseinwirkung mein rechtes Auge; ich trage seitdem ein künstliches Ersatzauge. Gegen Ende des Krieges flohen meine Eltern mit mir vom damaligen Stettin in meine Geburtsstadt. Dort verbrachte ich meine Kindheit bis zum 15. Lebensjahre.

Ostern 1949 wurde ich in die Grundschule zu Sarstedt eingeschult; nach dem vierten Grundschuljahr legte ich Ostern 1953 die Prüfung zur Aufnahme in die Mittelschule ab. Aber schon zum folgenden 6. Schuljahr wechselte ich zur Scharnhorstschule in Hildesheim, einem neuspr., math.-nat. Gymnasium über. Zum 7. Schuljahr vor die Wahl zwischen den Sprachen Französische und Latein gestellt, entschied ich mich für die erstere. Auf Grund langer Krankheit und einem anschließenden mehr als sechswöchigen Erholungsaufenthalt, der in die Unterrichtszeit fiel, erreichte ich das Ziel der Klasse nicht und musste das 8. Schuljahr wiederholen; dieses freilich auf dem Gymnasium Alfeld; denn inzwischen war mein Vater auf das Staatl. Gesundheitsamt in Alfeld als Büroleiter versetzt worden und wir verzogen nach Alfeld/Leine. Hier stiegen meine Leistungen rapide, auch in den folgenden Jahren; meine Schüchternheit verlor sich hier immer mehr, so dass ich viele Freundschaften schloß.

Leider sanken in den letzten beiden Schuljahren – wenn auch nicht in den Fächern Deutsch und Geschichte – meine Leistungen etwas ab, und zwar auf Grund meiner Arbeit als Redakteur der Schülerzeitung und als Schulsprecher.

[Auszüge aus dem handschriftlichen Lebenslauf von Hans-Jürgen Krahl vom 26.1.1965. Das Original befindet sich im Archiv der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main]