Initiative zum Gedächtnis an
Hans-Jürgen Krahl

Das Grab von Hans-Jürgen Krahl, gestorben am 13. Februar 1970 im Alter von gerade 27 Jahren, ist eingeebnet und drohte endgültig aufgelöst zu werden. 

Krahl, über den Rudi Dutschke bei einem Treffen nach dem Tode von Herbert Marcuse sagte: „Er war der Klügste von uns allen“, war eine charismatische Figur der Studentenrevolte. In aller Widersprüchlichkeit verkörperte Krahl deren Inhalte und Ziele. Seine Reden und seine Arbeiten gehören inzwischen zum Mythos der Revolte von 1968. Vor allem zeigen sie auf deren Entstehungsgeschichte, als die Bewegung noch nicht in Dogmen erstarrt war und offen für vielerlei Visionen einer befreiten Gesellschaft - gleichwohl stigmatisiert von der nationalsozialistischen Vergangenheit. So konnte Adorno über seinen Lieblingsschüler sagen: „In Krahl, da hausen die Wölfe.“

Geprägt vom deutschen Idealismus und der Romantik versuchte Krahl die Kritische Theorie und die versteinerten Traditionen des Marxismus fruchtbar zu machen, für die Neuformulierung einer umwälzenden Theorie der Gesellschaft. Die Dogmatisierung der Studentenbewegung führte zu der Verzweiflung seines letzten Jahres.

Heute leben wir in einer Zeit, in der kapitalistische Verwertungsinteressen unter dem Stichwort Globalisierung für überzeitlich und dem menschlichen Zugriff nicht zugänglich gedacht werden. Gleichzeitig werden alle ökonomischen und politischen Hebel in Bewegung gesetzt, die Natur des Menschen, seine genetische Ausstattung und seinen geschundenen Körper diesem Verwertungsprozess zu unterwerfen.

Die Besinnung auf Krahl und auf die frühe Studentenbewegung könnte dabei helfen, dieses falsche Denken wieder vom Kopf auf die Beine zu stellen.

 Hans-Jürgen Krahl hat keine lebenden Angehörigen. Deshalb setzt sich die Initiative Krahl-Gedächtnis für die Erhaltung seines Grabes in Hannover-Ricklingen ein und bittet um Unterstützung.


Mit Hilfe der Spendengelder konnte dies im Jahr 2005 gesichert werden.
Der Oberbürgermeister der Stadt Hannover, Dr. h. c. Herbert Schmalstieg, hatte sich bereit erklärt einen bedeutenden finanziellen Beitrag zum Erhalt des Grabes zu leisten, indem die Stadt Hannover den Erhalt des Grabes von Hans-Jürgen Krahl zusichert, wenn für die Grabpflege von der Initiative ein entsprechender Betrag übernommen wird. Mit den Spendengeldern der Unterstützer der Initiative konnte dies im Juni 2005 geschehen. Der Erhalt der Grabstelle war damit erreicht worden. Das Ziel eines Denksteins für Hans-Jürgen Krahl konnte erst jetzt im Juni 2007 erreicht werden. Derzeit ist die Finanzierung dieses Vorhabens noch nicht endgültig gesichert. Wir bitten daher um Spenden (Kontoangaben auf der Startseite).

Mit dem Aufbau des Hans-Jürgen Krahl Archiv konnte im Frühjahr 2007 begonnen werden. Ab Mitte Juni wird eine eigene Internetseite über den Stand dieses Projektes berichten > www.krahl-archiv.de